Weiblicher Beethoven

Musiker wie Daniel Hope, das Fauré Quartett und die Neubrandenburger Philharmonie erwecken Werke der Komponistin aus MV zum Leben

EmilieMayercTheaterOrchesterGmbHNBAm 14. Mai vor genau 200 Jahren erblickte im mecklenburgischen Friedland eine der bedeutendsten Künstlerpersönlichkeiten des Landes das Licht der Welt: Die Komponistin Emilie Mayer, die zu ihren Lebzeiten weit über Deutschland hinaus geschätzt und von Kritikern als „weiblicher Beethoven“ gefeiert wurde. Aus diesem Anlass führen bei den Festspielen MV in der Reihe „Emilie Mayer zum 200.“ Künstler wie u. a. die Neubrandenburger Philharmonie unter Stefan Malzew, das Ensemble des Konzerthausorchesters Berlin, Daniel Hope mit Musikern seines Savannah Music Festivals, das Fauré Quartett und das Mariani Quartett in der „Jungen Elite“ Werke der zu Unrecht vergessenen Jubilarin auf.

Feierlicher Höhepunkt ist die Uraufführung der rekonstruierten h-Moll-Sinfonie, die als Haupt- und Meisterwerk von Emilie Mayer gilt: In der ehemaligen Neptun-Werfthalle 207 in Rostock präsentiert die Neubrandenburger Philharmonie am 31. August die von Generalmusikdirektor Stefan Malzew erarbeitete Orchesterfassung des Werks, das nur in einer Bearbeitung für zwei Klaviere überliefert war. Auf dem Programm stehen mit der Faust-Ouvertüre op. 46 und dem Konzert B-Dur für Klavier und Orchester zwei weitere Werke der Jubilarin.

In insgesamt sechs weiteren Konzerten erwecken hochkarätige Musiker bedeutende Kammermusik von Emilie Mayer zum Leben: In einem moderierten Konzert zu Emilie Mayers Zeit in Berlin spielt das Konzerthausorchester Berlin in der Orangerie des Rosenparks von Groß Siemen ihr Streichquartett g-Moll op. 14 und die Sonate D-Dur für Violoncello und Klavier op. 47, umrahmt von Werken ihrer Zeitgenossen Clara Wieck-Schumann und Felix Mendelssohn Bartholdy (29.06.). Einen Einblick nicht nur in das Werk, sondern auch in das Leben der Komponistin gibt Clemens von Ramin, indem er – musikalisch begleitet von Sebastian Küchler-Blessing am Klavier, dem Tenor Simon Bode und Isang Enders am Cello – in Stolpe den Berliner „Mayerschen Salon“ wieder aufleben lässt (04.07.). Das renommierte Fauré Quartett spielt im Ballsaal des Grand Hotel Heiligendamm Mayers Klavierquartett G-Dur (11.07.), während der Künstlerische Direktor Daniel Hope und die Musiker des „Savannah-Projekts“ ihr Notturno d-Moll für Violine und Klavier op. 48 im Jagdschloss Kotelow – unweit von Friedland, dem Geburtsort der Komponistin – aufführen (10.08.). Und auch der musikalische Nachwuchs der Reihe „Junge Elite“ hat ein Werk der Komponistin einstudiert, nämlich ihr Klavierquartett Es-Dur, das das Mariani Quartett im Jagdschloss Granitz in Binz auf Rügen zum Besten gibt (15.08.). Als letztes Konzert der Reihe präsentiert das Minguet Quartett Emilie Mayers Streichquartett g-Moll in Schwerin im Goldenen Saal des Neustädtischen Palais’ (06.09.).

Am 14. Mai 1812 in Friedland in Mecklenburg-Strelitz nahe Neubrandenburg als Tochter eines Ratsapothekers geboren, zog Emilie Mayer nach dem Tod ihres Vaters im Alter von 29 Jahren zu ihren Brüdern nach Stettin. Dort erlernte sie bei dem Beethoven-Schüler Carl Loewe das Komponieren. Wenige Jahre später ging sie nach Berlin, wo ihre Werke von renommierten Orchestern an den großen Häusern aufgeführt wurden. Insbesondere ihre „Faust-Ouvertüre“ ebnete Emilie Mayer den Weg in die Konzerthäuser von Hamburg, Leipzig, Prag, Wien, München, Brüssel, Straßburg, Paris und London. In Berlin unterhielt sie einen eigenen Salon, Königin Elisabeth von Preußen verlieh ihr einen Orden und in München ernannte die Philharmonische Gesellschaft sie zum Ehrenmitglied. Gestorben am 10. April 1883 in Berlin, hinterließ Emilie Mayer ein beachtliches Œuvre von Liedern, Konzertouvertüren, Sinfonien, Kammermusik- und Klavierwerken, wovon heute wenige Werke erhalten und zugänglich sind. Noch seltener sind Abbildungen der Komponistin. Bei den Recherchen der Neubrandenburger Philharmonie zum Jubiläumsjahr stieß Konzertdramaturgin Anke Völker-Zabka in einem Antiquariat in Süddeutschland auf ein bisher unbekanntes lithografisches Porträt (s. Anlage), das – zunächst von der Theater und Orchester GmbH erworben – ab 2013 im Regionalmuseum Neubrandenburg (im Franziskanerkloster) zu sehen sein wird.

Für weitere Informationen, Fotos oder Pressekarten wenden Sie sich gerne an:

www.festspiele-mv.de



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