Stahlbrode bekommt Sportboothafen

Aus einem ehemaligen Stützpunkt der Volksmarine soll in Stahlbrode (Kreis Nordvorpommern) ein Sportboothafen entstehen. "Vielen Touristen ist Stahlbrode als Anleger für die Rügenfähre bekannt", sagte Wirtschaftsminister Jürgen Seidel am Freitag bei der Übergabe des Zuwendungsbescheides. "Jetzt kann begonnen werden, diesen Standort auszubauen und touristisch weiterzuentwickeln."

Der Wassertourismus hat in Mecklenburg-Vorpommern in den letzten Jahren ein überproportionales Wachstum erlebt. Rund 1.400 Unternehmen mit mehr als 7.000 Beschäftigten sind in diesem Bereich tätig, der jährliche Bruttoumsatz wird auf ca. 500 Mio. Euro geschätzt. "Während an der westlichen Ostseeküste bis Warnemünde ein dichtes Netz von Sportboothäfen vorhanden ist, gibt es im östlichen Teil noch Lücken", sagte Seidel. "Stahlbrode wird für Wasserwanderer zwischen Stralsund, Rügen und Greifswald eine attraktive Anlaufstation. Für die Tour "Rund Rügen" als auch für die Verbindung Stralsund-Greifswald-Usedom wird eine Lücke geschlossen."

Rund zwei Millionen Euro werden in die Ertüchtigung und den Ausbau des Standortes investiert. "1,5 Millionen kommen aus der Gemeinschaftsaufgabe "Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur"", sagte Seidel. Weitere Mittel stellen Innenministerium und Landkreis zur Verfügung.

Zu den Investitionen gehören der Ausbau des südlichen Hafenbeckens zu einem Wasserwanderrastplatz mit 18 Gastliegeplätzen, die Erneuerung der südlichen Begrenzungswand der Mittelmole auf einer Länge von 165 m sowie die Verlängerung der vorhandenen Molen. Ein Funktionsgebäude mit WC-Anlagen, Wege- und Promenadenflächen sowie Ausgleichsmaßnahmen sind ebenfalls vorgesehen. Der Wasserwanderrastplatz weist eine natürliche Wassertiefe von 3,5 Metern auf und ist damit auch für die große Bootsklasse geeignet. Die Arbeiten sollen 2013 abgeschlossen sein.

Der Hafen Stahlbrode ist ein ehemaliger Stützpunkt der DDR-Volksmarine. In den 90er Jahren wurde im nördlichen Bereich ein Fischerei- und Yachthafen errichtet, der aus Mitteln des Fischereifonds gefördert wurde. Die südliche, aus DDR-Zeiten stammende Kaimauer der Pier ist marode und bedarf dringend einer Erneuerung.

Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus


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