Festspiele MV: Tolstois - Kreutzersonate -in Heiligendamm

Festspiele MV präsentieren „Musik und Literatur“ mit Günter Lamprecht, Claudia Amm, Franziska Hölscher und Severin von Eckardstein

Musik und Literatur im Zeichen des Ehepaars Tolstoi erwartet die Besucher beim Konzert der Festspiele MV am Mittwoch, den 21. August 2013 um 19:30 Uhr, im Ballsaal des Grand Hotel Heiligendamm. Die beiden Schauspieler Günter Lamprecht und Claudia Amm lesen aus Tolstois „Kreutzersonate“ und aus der Erzählung „Eine Frage der Schuld“ seiner Frau Sofja. Für die passende musikalische Untermalung sorgen die Geigerin Franziska Hölscher und der Pianist Severin von Eckardstein mit Werken von Janáček und Beethoven.


Die ausgewählten Texte bringen ein vielschichtiges und tiefgründiges Ehe-Duell zum Vorschein: Denn Günter Lamprecht liest aus Tolstois Erzählung „Die Kreutzersonate“, die – 1887/89 geschrieben – zunächst 1890 in deutscher Übersetzung in Deutschland und erst 1891 in Russland erschien. Von der Darstellung dieses eindringlichen Ehedramas fühlte sich Tolstois Frau Sofja so gedemütigt, dass sie als eine Art Antwort „Eine Frage der Schuld“ schrieb. Die Erzählung, aus der die Schauspielerin Claudia Amm liest, wurde allerdings erst 100 Jahre später veröffentlicht. Musikalisch untermalt wird die Lesung von Leoš Janáčeks einziger Violinsonate, die im Jahr 1922 Uraufführung feierte, sowie Ludwig van Beethovens Sonate Nr. 4 a-Moll, die sich in der Grundstimmung mit Beethovens Sonate F-Dur wie Tag und Nacht ergänzt.


Günter Lamprecht, geboren 1930 in Berlin, absovierte eine Ausbildung zum Orthopädiemechaniker, und ging danach auf die Max-Reinhardt-Schauspielschule. Er spielte in über 150 Film- und Fernsehproduktionen. 1978 und 2000 wurde er mit der Goldenen Kamera ausgezeichnet, 1982 mit dem Deutschen Darstellerpreis sowie 1995 mit dem Verdienstorden der Stadt Berlin, 2002 mit dem Verdienstorden des Landes NR W. 2006 erhielt er das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse und 2007 den Hessischen Filmpreis für sein Lebenswerk.

Claudia Amm studierte an der Hochschule für Musik und Theater Hannover. Ihre festen Engagements führten sie an das Schauspiel Bonn, das Schauspielhaus Bochum, das Deutsche Schauspielhaus Hamburg u. v. m. Am Schauspielhaus Bochum lernte sie den Regisseur Augusto Fernandes kennen, dessen Art und Weise Theater zu sehen sie beeinflusste, nach New York und Los Angeles zu Lee Strasberg zu gehen. Seit 1984 arbeitet Claudia Amm freiberuflich. Sie spielte u. a. an Häusern wie dem Württembergischen Staatstheater Stuttgart, am Nationaltheater Mannheim und dem Renaissance-Theater Berlin. Ihre wichtigsten Rollen waren u. a. die Mascha in Tschechows „Drei Schwestern“, Orsina in Lessings „Emilia Galotti“ und Lydia Pawlowna in Gorkis „Barbaren“.


Franziska Hölscher, geboren in Heidelberg, begann im Alter von 5 Jahren mit dem Violinspiel. Ihre Ausbildung erhielt sie bei Ulf Hoelscher und Thomas Brandis in Karlsruhe und Lübeck. Zur Zeit rundet sie ihr Studium bei Nora Chastain in Berlin ab. Weitere wichtige Anregungen erhielt sie von Ana Chumachenko, Rainer Kussmaul, Gerhard Schulz und Donald Weilerstein. 1999 machte sie auf sich aufmerksam, als sie im Alter von 17 Jahren den 1. Preis beim internationalen Rundfunkwettbewerb in Prag erhielt. 2 Jahre später gelang ihr der Durchbruch, als sie an der Seite von Martha Argerich Publikum und Presse überzeugte. Rundfunk- und Fernsehaufnahmen bei sämtlichen deutschen Rundfunkanstalten und dem italienischen, tschechischen und japanischen Fernsehen dokumentieren ihr solistisches und kammermusikalisches Können. Zudem trat sie in der Sendereihe „Musikdebüt“ des SWR Fernsehens auf, ihre Debüt CD wurde ebenfalls vom SWR produziert.


Severin v. Eckardstein zählt zu den bedeutenden deutschen Pianisten seiner Generation und ist mit Solo- und Orchesterkonzerten längst auf den großen Podien der Welt zuhause. Er gab viel beachtete und von der Presse oft hoch gelobte Konzerte beispielsweise in Berlin, München, Moskau, London, Paris oder New York. Der 1978 in Düsseldorf geborene Musiker ist Preisträger bedeutender internationaler Wettbewerbe wie u. a. „Ferruccio Busoni“ in Bozen (1998), dem „Leeds International Piano Competition“ (2000), „José Iturbi“ in Valencia (2002), zudem Gewinner des ARD-Wettbewerbs in München (1999) und dem „Grand Prix International Reine Elisabeth“ in Brüssel (2003). Mehrfach erhielt er Sonderpreise für die „Beste Interpretation zeitgenössischer Musik“.


Das heutige Grand Hotel Heiligendamm wurde zwischen 1793 und 1870 von Johann Christoph Heinrich von Seydewitz, Carl Theodor Severin und Gustav Adolph Demmler als einzigartiges klassizistisches Gesamtkunstwerk aus Logier-, Bade- und Gesellschaftshäusern erschaffen. Die „Weiße Stadt am Meer“ galt fortan als das eleganteste Seebad in Deutschland, zu dessen Gästen sowohl Königin Luise von Preußen, Wilhelm von Humboldt und die russische Zarenfamilie als auch Künstlerpersönlichkeiten wie Mendelssohn, Rilke und Fallada zählten. Nach dem zweiten Weltkrieg wurden die Gebäude als Sanatorium und Erholungsstätte genutzt. 2003 wurde Heiligendamm nach umfangreicher Sanierung als Hotel wieder eröffnet. Die Festspielkonzerte sind seit 2003 Teil des Kulturprogramms.


Karten für das Konzert, das Programm der Saison sowie alle weiteren Informationen sind im Internet unter www.festspiele-mv.de, telefonisch unter 0385 – 591 85 85 und an allen bekannten Vorverkaufsstellen erhältlich. Die Abendkasse öffnet eine Stunde vor Konzertbeginn. Die Abendkassengebühr beträgt 2,- Euro pro Karte.


Text von:

Festspiele Mecklenburg-Vorpommern gGmbH
Lindenstraße 1
19055 Schwerin

Tel.: 0385 - 591 85 44




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