Alte Seebad-Traditionen und historische Kostüme


Kurz nach Ostern erinnert das Ostseebad Binz an jene Tage, als die Ferien noch „Sommerfrische“ hießen. Damen mit Hut und Herren im Gehrock - die Bäderarchitektur-Villen bilden vom 28. April bis 1. Mai eine perfekte Kulisse für Binzer Bürger, die für vier Tage in Kostüme aus der Belle Époque schlüpfen werden. Vergnügliche Höhepunkte anno dazumal sind ein Kunsthandwerkermarkt im Kurpark, ein Ausflug zum Jagdschloß Granitz und das traditionelle Anbaden der Hoteliers. Weil die Binzer Sommerfrische anno 2011 in die Osterferien fällt, sind besonders viele Aktionen für Kinder geplant, zum Beispiel ein Dampfkarussell, Puppen-Theater, Basteltreffs und alte Kinderspiele im Park.

Binzer Bürger und Geschäftsleute werden an den vier Tagen in stilgerechten Kostümen die Zeit der Sommerfrische erlebbar machen und beispielsweise bei Ausflügen, Promenadenkonzerten und beim sonntäglichen Promenadengottesdienst historisches Flair verbreiten. Am Freitag können Urlauber zusammen mit der kostümierten Badegesellschaft einen Ausflug mit der Schmalspurbahn, dem Rasenden Roland, zum Jagdschloß Granitz unternehmen. Den „Rasenden Roland“ gibt es seit 1895 und das Jagdschloss mit seinem Schinkel-Turm wurde von 1837 bis 1851 von Malte I. Fürst zu Putbus auf dem 106 Meter hohen Tempelberg erbaut.
Beim dreitägigen Kunsthandwerkermarkt im Kurpark kommen Kinder voll auf ihre Kosten: Alte Kinderspiele mit Murmeln, Reifen und Kreisel werden neu entdeckt, ein Kinder-Dampfkarussell erinnert an die gute alte Zeit. Im Flohzirkus führt Floh Bruno seine Kunststücke auf und Taschenzauberei anno dazumal verzaubert nicht nur die Kleinen.
Ganz im Zeichen alter Traditionen wird am 1. Mai mit dem ersten Kurkonzert und dem jährlichen Anbaden die Badesaison eröffnet. In Badekostümen aus gestreiftem Trikot wagen sich dann Mutige – angeführt von Binzer Hoteliers und dem Kurdirektor - unter den Augen der Zuschauer in die kalten Fluten der Ostsee.

Einblicke in die Geschichte des Strand- und Badelebens in Binz vermitteln heiter-historische Ortsführungen und Vorträge. Dabei erfährt man beispielsweise, dass die Einheimischen der damaligen Zeit nicht gerade prüde waren: 1913 hieß es bei dem Auftritt einer bayrischen Nackttänzerin, die zuvor aus Bayern fliehen musste: „Was Bayern stört, uns auf Rügen betört.“
Die historischen Tage im Ostseebad Binz erleben schon ihre dritte Saison. Ins Leben gerufen wurden sie 2009 im Rahmen der Feierlichkeiten zu „125 Jahre Seebad Binz“. Durch eine Idee von Fürst Malte zu Putbus entwickelte sich der erste einfache Badebetrieb in Binz ab 1830, einige Jahre später entstand das erste Hotel. Heute stehen die prachtvollen Villen im Stil der Bäderarchitektur als Synonym für das Ostseebad Binz und bieten als Hotels und Pensionen modernen Komfort mit dem Flair der Jahrhundertwende.

Auskünfte zur Zeitreise erteilt die Kurverwaltung Ostseebad Binz, Heinrich-Heine-Straße 7, Tel. 038393/148148. Das komplette Programm ist unter www.binzer-sommerfrische.de nachzulesen.


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