5. Usedomer Literaturtage zeichnen 2013 literarisches Historiengemälde der Mitte Europas

„Geschichte und Geschichten. Literarische Spurensuche in der Mitte Europas“ vom 20. bis 24. März auf Insel Usedom

Pressemitteilung Freitag, 08.02.2013

Die 5. Usedomer Literaturtage entführen in Lesungen, Diskussionen und einer Ausstellung vom 20. bis 24. März auf literarische Zeit-Reisen nach Masuren, Ostpreußen, Schlesien und Galizien, aber auch in das Berlin der Vorkriegszeit und die mitteleuropäische Gegenwart. Die Veranstaltungsreihe lauscht auf der deutschen und polnischen Seite der Insel Usedom den Erzählungen der Nachbarn und erkundet die Vielschichtigkeit unserer gemeinsamen Geschichte. Eng mit der NS-Herrschaft und dem Schrecken des Weltkriegs verknüpfte Erfahrungen von Krieg, Flucht und Vertreibung prägten das Schicksal vieler Menschen. Eine junge Generation bereits renommierter Autoren entdeckt ihre Erzählungen neu. Mit namhaften Schriftstellern, Übersetzern und Publizisten prüfen sie überkommene Mythen, stellen Wohlvertrautes in neues Licht und spüren vergessene oder verdrängte Geschichte auf. Aus Deutschland und Polen werden u. a. erwartet: Arno Surminski, Anna Kaleri, Tomasz Różycki, Daniela Dröscher, Tatjana Gräfin Dönhoff,  Kolja Mensing, Laura und Hellmuth Karasek oder Jacek Cygan. Den Pianisten und Autoren Alfred Brendel erlebt das Publikum u. a. im Gespräch Manfred Osten am 23. März (16 Uhr, Steigenberger Grandhotel and Spa, Seebad Heringsdorf). Die Usedomer Literaturtage folgen damit den Spuren unserer gemeinsamen Geschichte und entwerfen in vielfältigen, spannenden Erzählungen „eine Art Historiengemälde von der Mitte Europas im 20. Jahrhundert“ (Thomas Schulz, Dramaturg der ULT). Zum Abschluß der Veranstaltungsreihe wird am 24. März zum dritten Mal der Usedomer Literaturpreis verliehen, gestiftet von der Seetel Hotelgruppe. Er hat seit 2011 bereits zwei jungen Nachwuchsautorinnen zum Durchbruch in Deutschland verholfen.

Eröffnet werden die Usedomer Literaturtage am 20. März (18 Uhr, Hotel Esplanade, Seebad Heringsdorf) mit einem Auszug aus dem ARD-Zweiteiler „Auf der Flucht“. Das Buch zum Film verfasste die Schriftstellerin und Journalistin Tatjana Gräfin Dönhoff. Unter dem Titel „Winter Fünfundvierzig. Auf der Flucht“ lesen beide Autoren aus ihren Romanen, die die tragischen Ereignisse jener Jahre ergründen. Wissenschaftlich informiert moderiert Andreas Kossert (Experte der Bundesstiftung Flucht, Vertreibung, Versöhnung) die Veranstaltung. Auf polnischer Seite eröffnet das Literaturfestival mit der Nachtlesung „Zwölf Stationen“ (22 Uhr, Centrala, Świnoujście/Swinemünde) des polnischen Autors Tomasz Różycki, begleitet vom Saxofonisten Pietr Ciechowski entführt er seine Zuhörer auf eine verrückt-versponnene Reise einer polnischen Großfamilie in die eigene Vergangenheit.

Neben Lesungen, Diskussionen und der literarischen Inselrundfahrt erwartet das Publikum vom 20. bis zum 24. März die Ausstellung „Struktur und Architektur. Das postindustrielle Kulturerbe Oberschlesiens“ von und mit Thomas Voßbeck. Ergänzt von Klangkompositionen erinnert die Schau an die Blütezeit der Montanindustrie in der Region.

Auch die 5. Usedomer Literaturtage sind eine gemeinsame Veranstaltungsreihe des Usedomer Musikfestivals in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Kulturforum östliches Europa sowie der Gemeinde Ostseebad Heringsdorf. Wie in den vergangenen vier Jahren übernimmt der Ministerpräsident des Landes Mecklenburg-Vorpommern, Erwin Sellering, die Schirmherrschaft. Kulturpartner ist NDR Kultur.

Karten und Informationen sind unter 038378.34647 erhältlich. Das komplette Programm ist unter www.usedomer-literarturtage.de zu finden.



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