Museumsschiff Poeler Kogge

Dass die Deutsche Hanse so reich und so mächtig war, das verdankt sie nicht nur dem großen Handelsgeschick der Kaufleute, sondern auch ihren Seefahrern. Von Wismar aus stachen die sogenannten Koggen in See, um in fremden Ländern Handel zu treiben und seltene Gewürze mit in die Heimat zu bringen. Die Koggen waren wahre Meisterstücke der Schiffsbaukunst, denn sie trotzten auch den stärksten Stürmen und boten reichlich Platz für Waren und Mannschaft. Als es zum Krieg mit Dänemark kam, wurden die Koggen der Hanse sogar zu Kriegsschiffen, die mit Kanonen an Bord schließlich auch den Dänenkönig in die Knie zwangen.
Wissemara - Kogge in Wismar. Foto: MV-Travel.de


Ein Schatz wurde gehoben

Mehr oder weniger durch Zufall wurde 1997 in der Wismarbucht in Timmendorf auf der Insel Poel ein Schiffswrack entdeckt, das sich sehr schnell als eines der größten Schiffe der Deutschen Hanse entpuppte. Das Schiff war eine ganz besondere Variante der berühmten Kogge und das Wrack war in einem erstaunlich guten Zustand. Zwei Jahre nach der Entdeckung konnte die Kogge dann endlich geborgen werden und die ersten Untersuchungen zeigten, dass das Schiff tatsächlich aus dem Jahr 1354 stammte. Vor allem der Rumpf zeigte, dass es keinen Zweifel am Alter gab, denn hier waren einige Konstruktionselemente zu erkennen, die man von den Schiffen der Wikinger und Slawen, aber auch von den Koggen der Hanse kannte. Mit einer imposanten Länge von 31 Metern und einer Ladekapazität von mehr als 200 Tonnen erbrachte die Kogge den Beweis, dass die Fahrten der Hanse überregional und damit die Basis für den Aufstieg der Hansestädte an der Nord- und Ostsee waren.

Wissemara - Kogge in Wismar. Foto: MV-Travel.de


Der Nachbau der Kogge

2001 wurde damit begonnen, nach dem Vorbild der bei Poel gehobenen Kogge ein neues Schiff gleicher Bauart zu erstellen. Der Bau dauerte fünf Jahre, dann war 2006 der große Moment gekommen und die „Wissemara“, wie das Schiff getauft wurde, ging auf ihre Jungfernfahrt. Zuvor hatte die Kogge den Nachweis erbracht, dass sie auch praktische Fahreigenschaften besitzt und seit dem können alle, die das Feeling genießen möchten, auf einem mittelalterlichen Schiff zu fahren, Törns mit der „Wissemara“ machen. Wer auf der „Wissemara“ segelt, der sollte nicht vergessen, wie aufwendig der Nachbau der Kogge war, denn die Handwerker mussten mit dem auskommen, was auch die Schiffsbauer im Mittelalter zur Verfügung hatten.

Die längste Planke der Kogge misst stolze elf Meter, sie ist 50 Zentimeter breit und immerhin 60 Millimeter dick. In Handarbeit wurde jede der Planken von beiden Seiten mit einem sehr scharfen Querbeil oder Dechsel bearbeitet. Sägen und Hobel kannte man im Mittelalter noch nicht, aber die Planken sollten so aussehen, als wären sie 650 Jahre alt. Daher mussten sie nach der Bearbeitung mit der Dechsel für zwei Stunden in einem Dämpfkasten, wo sie bei 85° Grad biegsam gemacht und anschließend mit Zangen aus Holz und Schraubzwingen fertig bearbeitet wurden. Schwerstarbeit war aber nicht nur die Bearbeitung jeder einzelnen Planke, auch 16.000 Nägel mit der Hand zu schmieden, war kein Kinderspiel, denn so viele Nägel wurden für die „Wissemara“ gebraucht.

Ein Botschafter der See

20.000 Besucher waren dabei, als die nachgebaute Kogge am 29. Mai 2004 vom Stapel lief und jeder der Besucher war natürlich gespannt, wie die stolze „Wissemara“ wohl von innen aussieht. Der Innenausbau wurde, wie es im Mittelalter üblich war, auf dem Wasser gemacht und es gibt, anders als beim Original, einen Maschinenraum. Die Unterkünfte und die Aufenthaltsräume sind unter Deck und im sogenannten Achterkastell befinden sich die Kombüse, der Navigationsraum, die Last- und Stauräume und auch die Kajüte des Kapitäns, wo sich heute Brautpaare das Ja-Wort geben können.

Die Poeler Kogge gehört heute einem Förderverein und geht regelmäßig auf Fahrt, sie ist zu einem Botschafter auf See geworden, die man unbedingt besuchen sollt - sie liegt im Alten Hafen von Wismar.
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