Kap Arkona - Kreidesteilküste auf der Halbinsel Wittow

Rügen: Von Putgarten gen Norden fährt man zu einem der nördlichsten Flecken der Insel. Kap Arkona mit seinen zwei Leuchttürmen die festverwurzelt am Rande der ca. 43 Meter hohen Steilküste stehen. Von hier aus genießt man den Blick auf die zur meist sonnengebadeten Ostsee. Denn Kap Arkona zählt zu Deutschlands Orten mit den meisten Sonnenstunden (so zum Beispiel 2013 und 2014).

Steilküstenblick vom benachbarten Dorf Vitt. Foto MV-Travel

Das Flächendenkmal mit all seinen historischen Bauten gehört neben dem Nachbardorf Vitt zur Gemeinde Putgarten. Hier wird das Auto abgestellt und man setzt seinen Weg zu Fuß, mit dem Fahrrad oder per Pferdekutsche, sowie der Kap-Arkona-Bahn und in den Sommermonaten mit dem Schiff (Juli bis September 3 Mal wöchentlich von Binz und Sassnitz) Richtung Kap Arkona fort. 


Natur

Die Steilküste streckt sich empor. Die Aussicht auf das Meer, den Himmel und die Vielfalt der Vögel prägen den Charakter des Kaps. So auch die Veilchentreppe, welche ihren ganz besonderen Charme entwickelt, wenn im Frühling die Pflanzen aus ihrem Winterschlaf erwachen. Die Treppe führt zum Strand hinunter, welchen man bis Vitt begehen kann.


Dennoch werden hier auch die Naturgewalten, die die Küste Tag für Tag prägen deutlich. Und so einmalig dies ist, so gefährlich kann es werden. Dementsprechend sollten den Hinweisschildern auf den Wegen Folge geleistet werden.


Sehenswürdigkeiten - Eine Reise durch die Geschichte

Zwei Leuchttürme – Die Besonderheit am Kap Arkona

Blick auf die beiden Leuchttürme am Kap ArkonaMit 19 Metern ist der Schinkelturm der kleinere von beiden Leuchttürmen. Sein Namensgeber war der Architekt Karl Friedrich Schinkel. Das rote, quadratische Backsteingebäude ist der zweit älteste Leuchtturm der Ostsee (nach dem Travemünder Leuchtturm) und wurde 1828 in Betrieb genommen. Anfang des 20. Jahrhunderts wurde der Betrieb, mangels der damaligen modernen Standards eingestellt und später aufwendig restauriert. Ab 1993 lädt der Turm Besucher auf eine kleine Zeitreise ein.

Damals als Dienst- und Lagerräume genutzt, beherbergt der Turm nun ein Museum mit Ausstellungen zu den Themen “Schinkels Schaffen", "Leuchttürme an der deutschen Ostseeküste" und "Seenotrettung gestern und heute". Außerdem bietet der Turm eine Aussichtsplattform, welche bei gutem Wetter ein Panorama der Ostsee und Halbinsel Wittow verspricht und mit Glück erhaschen Sie einen Blick auf die dänische Insel Møn. In jedem Fall werden Sie den Nachbarturm sehen.

Mit ca. 39 Metern überragt der „Große“ den „Kleinen“ nicht nur um die Größe, sondern auch um die technischen Attribute. Durch seine überragende Feuerhöhe von 75 m ü. NN. Kann das Leuchtsignal aus einer Ferne von bis zu 22 Seemeilen gesehen werden. Und so wurde der Schinkelturm als Leuchtturm ersetzt.

Auch dieser Turm bietet mit seiner Aussichtsplattform einen weiten Blick in alle vier Himmelsrichtungen.


Nebelsignalstation

Früher diente die Nebelsignalstation als weitere Instanz Schiffe mittels akustischer Signale vor einer gefährlichen Annährung an die Küste zu schützen. Später wurde die Station stillgelegt und bis 2011 als Ausstellungsraum genutzt. Durch einen gefährlichen Küstenabbruch, ist die Station mittlerweile nicht mehr für die Öffentlichkeit zugänglich. Die Ausstellung wurde in eines der militärischen Nachbargebäude verschoben.


Militär

Weitere Zeitzeugen stehen neben den beiden Leuchttürmen. Die Militärs bauten zwei Bunker, welche von der Gemeinde Putgarten erworben und renoviert worden sind, damit Besucher sich ein Bild von den militärischen Tage Rügens machen können.


Marineführungsbunker / NVA-Bunker

Der größere der beiden Bunker, wird heute unteranderem als "Marineführungsbunker" oder "NVA-Bunker" bezeichnet. Von 1979 bis 1986 gebaut, diente dieser der Volksmarine und der Vereinigten Ostseeflotte (VOF) als "geschützter Gefechtsstand". Dieser sollte im Kriegsfall vor giftigen Gasen und radioaktiver Strahlung schützen.

Die gesamte Grundfläche der Bunkeranlage bemisst sich bei ca. 2000 m². Die Anlage hat mehrere kleine autarke Einzelbunker, welche teilweise mit Zwischenetagen, Schlafplätzen und einem Notausstieg versehen sind. Von diesen Räumen führen zwei Zugänge zum Hauptmittelgang des NVA-Bunkers.

Am 3. Oktober 1990, wurde die Anlage stillgelegt und wird heute ausschließlich für Besucher geöffnet. Ganzjährig finden informative Führungen, sowie Ausstellungen und Fotoserien zur Geschichte statt. Zusätzlich können die damaligen Einrichtungsgegenstände bestaunt werden.

Der kleine Bunker stammte aus den Zeiten der Wehrmacht und wurde später von der Grenzbrigade Küste als Stützpunkt genutzt. Heute erzählt er von der Historie des Kaps. Alles beginnt mit der Slawenzeit und endet in unserer Gegenwart.


Svantevit am Kap Arkona - Als die Slawen kamen

Zwischen dem 6 und 8 Jahrhundert wurde die Jaromarsburg von den dort angesiedelten Slawen zu Ehren ihres Göttes errichtet. Diese wurde durch die Ostsee und zum Landesinneren durch zwei Wälle geschützt. Putgarten war die damalige Siedlung und Marktplatz der Burganlage. 1168 bekriegte der dänische König die Slaven und zerstörten deren Tempel. Im gleichen Zug wurden die Slawen unter dem Druck der Rügenfürsten christianisiert und Kapellen wurden gebaut. Die übrigen Schätze teilte der König mit Heinrich dem Löwen.

Durch die starken Erosionen der Steilküste geht jedes Jahr ein Teil der der ehemaligen Stätten trotz verschiedener Maßnahmen und Rettungsgrabungen verloren. Eine hölzerne Abbildung des Svantevits erinnert an die damalige Zeit. Außerdem kann man den halbkreisförmigen Wall vom Peilturm aus erkennen.


Der Peilturm

Der Peilturm, etwas abseits der beiden Leuchttürme, diente seit ca. 1927 der Marine als Kontrollpunkt des Ostseeraums. Ende des Krieges, 1945, wurde die technische Einrichtung zerstört.

Nun ist der Peilturm ein Denkmal, welches in den 90er Jahren restauriert und zum Atelier umgebaut worden ist. Hier können in den Sommermonaten (April bis Oktober) Fundstücke der Rettungsgrabungen begutachtet werden. Ebenfalls kann man unterhalb der Glaskuppel einen schönen Ausblick bei herrlichem Wetter auf die Küste werfen.

Die Geschichte und die Natur laden zu einem Ausflug an das Kap ein.

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Text: Alexandra Hiebsch



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