Die Welt der großen Oper bei den Festspielen MV


Olena Tokar erhält den Christine Kühne-Preis

Mit der Operngala in der Wismarer Heiligen-Geist-Kirche feiern die Festspiele Mecklenburg-Vorpommern die Welt der Arien und des Belcanto. Am Sonntag, den 3. September 2017 stehen ab 18:00 Uhr mit dem Orchester der Komischen Oper Berlin absolute Meister ihres Fachs in der Kirche auf der Bühne. Dazu bereichern die Sopranistin Olena Tokar, die Mezzosopranistin Diana Haller und andere herausragende Solistinnen und Solisten den Abend. Geleitet wird das Konzert von Hermann Bäumer. Im Rahmen des Konzerts wird Olena Tokar der Christine Kühne-Preis 2016 verliehen, mit dem nun jährlich herausragende junge Sängerinnen und Sänger geehrt werden. Auf dem Programm stehen absolute Klassiker der Opernliteratur wie Auszüge aus Puccinis „Turandot“, Rossinis „L’Italiana in Algeri“, Händels „Ariodante“ u. a. Dies ist ein Konzert der Klaus-Michael Kühne Stiftung. Für das Konzert sind noch Karten verfügbar, telefonisch unter 03855918585, unter www.festspiele-mv.de, an den bekannten Vorverkaufsstellen oder an der Abendkasse, die eine Stunde vor Konzertbeginn öffnet. Bitte beachten Sie die Anfangszeit des Konzerts um 18:00 Uhr.

Zur Komischen Oper Berlin gehört von Anbeginn das eigene Orchester: Die Eröffnung des Hauses 1947 war auch die Geburtsstunde dieses neu gegründeten Klangkörpers, mit dem Walter Felsenstein seine Auffassung von Musiktheater verwirklichen wollte. Von Anfang an profilierte sich das Orchester durch einen Konzertzyklus. Dirigenten wie Otto Klemperer, Václav Neumann, Robert Hanell und Kurt Masur prägten das Orchester dabei maßgeblich sowohl in Opernproduktionen als auch im Konzertbereich. Zahlreiche Aufnahmen zeugen von der schon damals erreichten Ausstrahlung des Orchesters, die von späteren Generalmusikdirektoren wie Rolf Reuter, Yakov Kreizberg, Kirill Petrenko und Henrik Nánási noch intensiviert wurde. Viele bedeutende Gastdirigenten haben das künstlerische Spektrum erweitert, unter ihnen Rudolf Kempe, Hartmut Haenchen, Rudolf Barschai, Lothar Zagrosek, Fabio Luisi, Sir Neville Marriner, Sir Roger Norrington, Vladimir Jurowski, Simone Young und Dennis Russell Davies. Ein besonderes Gewicht wurde und wird auch der zeitgenössischen Musik beigemessen. So hat das Orchester der Komischen Oper Berlin viele Uraufführungen in Zusammenarbeit mit Komponisten wie Benjamin Britten, Hans Werner Henze, Giuseppe Manzoni, Siegfried Matthus, Aribert Reimann, Krzysztof Penderecki, Hans Zender und Christian Jost erarbeitet. Einen wichtigen Schwerpunkt legt das Orchester der Komischen Oper Berlin auf Konzerte für Kinder und Jugendliche, die die pädagogische Verantwortung und den Wunsch unterstreichen, neue und junge Publikumsgenerationen für klassische Musik zu begeistern. Der lettische Dirigent Ainars Rubikis wird ab der Spielzeit 2018/19 neuer Generalmusikdirektor der Komischen Oper Berlin.

Olena Tokar wurde in der Ukraine geboren. Von 2002 bis 2006 absolvierte sie ein  Gesangsstudium am Kunst- und Kulturkolleg in Lugansk (Ukraine), später dann an der Nationalen Tschaikowski-Akademie in Kiew und an der Hochschule für Musik und Theater Leipzig bei Prof. Regina Werner. Tokar ist Gewinnerin zahlreicher Wettbewerbe, u. a. des Internationalen Gesangswettbewerbs in Sankt Petersburg 2007, des Grand Prix beim Borys Romanovich Hmyria-Wettbewerb Kiew 2008, des Lortzing-Wettbewerbs Leipzig 2012 sowie des ARD-Musikwettbewerbs 2012. Im selben Jahr war sie Finalistin beim Gesangswettbewerb Francisco Viñas in Barcelona, 2013 Teilnehmerin des Young Singer Projects der Salzburger Festspiele sowie Finalistin beim Wettbewerb BBC Singer of the World. 2013 wurde sie in die Fernsehsendung „Stars von morgen“ eingeladen, wo sie zusammen mit Rolando Villazon das Duett „Brindisi“ aus Verdis „La Traviata“ sang. Lieder- und Arienabende absolvierte sie u. a. im Münchner Gasteig, in der Tonhalle Zürich, in der Staatsphilharmonie St. Petersburg, in der Schlosskirche Mannheim, im Münchner Prinzregententheater sowie im Leipziger Bundesverwaltungsgericht.2016 gab sie ihr Debüt an der Semperoper Dresden als Marguerite in „Faust“. Im Ensemble der Oper Leipzig ist sie seit 2010/11. Partien 2016 /17 sind u. a. Marguerite in „Faust“, Susanna in „Le nozze di Figaro“, Zdenka in „Arabella“, Mimi in „La Bohème“, Gretel in „Hänsel und Gretel“, Stimme des Falken in „Frau ohne Schatten“, 3. Norn in „Götterdämmerung“, Sopran-Partie in „Die Große Messe“ und  Liù in „Turandot“.

Die Mezzosopranistin Diana Haller studierte am Giuseppe Tartini Konservatorium in Triest, an der Royal Academy of Music in London sowie an der Staatliche Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Stuttgart. Nach einem Jahr im Opernstudio der Oper Stuttgart wurde Diana Haller mit der Spielzeit 2010/11 als jüngstes Ensemblemitglied aufgenommen und war dort seither u. a. als Cherubino (Le nozze di Figaro), Ruggiero (Alcina), Orlofsky (Die Fledermaus), Rosina (Il barbiere di Siviglia), Angelina (La Cenerentola) und Dorabella (Così fan tutte) zu hören. Gastengagements führten sie u. a. in der Titelpartie in Hasses Siroe, re di Persia zum London Handel Festival, als Alberto in Giuseppe Balduccis Il noce di Benevento und zum Festival Rossini in Wildbad, wo sie den renommierten Internationalen Belcanto Preis erhielt. Im Jahr 2014 war sie als Cover für Angelina in Cenerentola und Rosina in Il barbiere di Siviglia an der Metropolitan Opera New York zu Gast. Bei den Salzburger Festspielen war sie in Verdis Trovatore als Ines an der Seite von Anna Netrebko und Placido Domingo zu erleben. Ihre Diskografie umfasst Werke von Händel und Bach (Chor des Bayerischen Rundfunks /Concerto Köln) und ein Soloalbum mit Schumann und Wolf Liedern, das im 2017 erscheint. 2012 erhielt sie den ersten Preis beim 8. Internationalen Wettbewerb für Liedkunst der Hugo-Wolf-Akademie in Stuttgart. 2013 wurde Diana Haller in der Kritikerumfrage der Zeitschrift Opernwelt zur Nachwuchssängerin des Jahres gewählt.

Hermann Bäumer ist seit der Spielzeit 2011/2012 Chefdirigent des Philharmonischen Staatsorchesters Mainz sowie Generalmusikdirektor des dortigen Staatstheaters. Seine durchdachten und einfallsreichen Programme sowie die Auseinandersetzung mit außergewöhnlichem musikdramatischem Repertoire bescheren ihm großen Zuspruch von Publikum und Fachpresse. Als einstiger Berliner Philharmoniker weiß er um die Raffinessen guter Orchesterarbeit und wird für seine bescheidene und der Musik verpflichtenden Art von Orchestern auf der ganzen Welt geschätzt. Er dirigierte Orchester wie die Sächsische Staatskapelle Dresden, die Deutsche Kammerphil­harmonie Bremen, die Stuttgarter Philharmoniker, die Bamberger Symphoniker, das Bayrische Staatsorchester München, das Rundfunksinfonieorchester Berlin, das Orchester des Bayerischen Rundfunks, das Orchester des Hessischen und Rundfunks, das WDR Rundfunkorchester, das Ensemble Resonanz in Hamburg, das Radiosinfonieorchester Oslo, die Norwegian National Opera, das Helsinki Radio Orchestra, das Iceland Symphony Orchestra, das Sinfonieorchester St. Gallen und das New Japan Philharmonic Orchestra. In den kommenden Saisons gastiert Hermann Bäumer u. a. beim Tokyo Symphony Orchestra, beim Iceland Symphony Orchestra, beim Orchester der Komischen Oper Berlin, beim HR Sinfonieorchester, beim Bundesjugendorchester, bei den Augsburger Philharmonikern und bei den Hofer Symphonikern.  Hermann Bäumer ist ein begnadeter Entdecker und Wiederentdecker für rares Repertoire.  Am eigenen Haus in Mainz  stehen in 16/17 unter anderem Hindemiths Mathis der Maler und Brittens Sommernachtstraum auf dem Spielplan.  Mit der NDR Radiophilharmonie nahm Hermann Bäumer 2006 August Ennas Heiße Liebe für cpo, und mit dem Iceland Symphony Orchestra Jón Leifs Edda I für das Label BIS auf. Zu weiteren CD-Aufnahmen gehört die Ersteinspielung des besagten Wundertheater von Henze mit den Osnabrücker Symphonikern sowie die Sinfonien Nr. 1 und 2 von Karl Höller mit den Bamberger Symphonikern. Ein weiteres Projekt war die Kompletteinspielung der Symphonien von Josef Bohuslav Foerster mit den Osnabrücker Symphonikern, die 2009 mit dem ECHO Klassik für den ersten Teil ausgezeichnet wurde

Im Reigen der Wismarer Kirchen kommt sie meist zu kurz. Groß und beeindruckend stehen ihre Schwestern St. Marien und St. Georgen in unmittelbarer Nachbarschaft. Doch mit ihrer ganz besonderen Architektur und Geschichte kann auch die Heiligen-Geist-Kirche beeindrucken. Es begann 1250 mit der Gründung des Heiligen-Geist-Hospitals, dem bald ein Armen- und Krankenhaus angegliedert wurde. Ab 1255 durfte man eigene Gottesdienste abhalten und als das Hospital 1323 unter päpstlichen Schutz gestellt wurde, begann man mit dem Bau der heutigen Kirche. Das Lange Haus, ursprünglich Siechenhaus genannt, wurde 1411 an der westlichen Nordwand der Kirche angebaut. Es war bis in die Reformationszeit zum Kirchenraum hin offen, damit die Kranken den Gottesdienst miterleben konnten. Kirche, Klinik und Herberge für Pilger, Reisende und Obdachlose – im Mittelalter war Heiligen-Geist alles in einem. Erst in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts wurde das Wohnen in der Kirche aufgegeben. Die Kirche wurde umgestaltet, erhielt eine Kanzel und dekoratives Gestühl. Die Krankenfürsorge kam in das durch die Reformation freigewordene Dominikanerkloster. Im Siechenhaus entstanden kleine Wohnungen. 1699 wurde die flache, mit barocken Deckenmalereien versehene, Bretterdecke eingezogen, die für eine hervorragende Akustik sorgt. Aus den beschädigten Kirchen der Nachbarschaft wurde nach 1945 zahlreiches Kunstgut in die Heiligen-Geist-Kirche gebracht, die den Krieg fast gänzlich unbeschadet überstand. So ist die kleine Schwester heute auch so etwas wie die Schatzmeisterin der großen Wismarer Kirchen.

Karten für die Konzerte, das Programm der Festspiele MV sowie alle weiteren Informationen sind im Internet unter www.festspiele-mv.de, telefonisch unter 0385 5918585 und an allen bekannten Vorverkaufsstellen erhältlich. Die Abendkasse öffnet eine Stunde vor Konzertbeginn.


PM:

Festspiele Mecklenburg-Vorpommern gGmbH
Lindenstr. 1
19055 Schwerin

Fon: +49(385) 591 85-44

Stichworte: wismar, festspiele, mv

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