Insel Rügen - mehr als ein Sommermärchen
Baden, Planschen, Sonne tanken, 574 Kilometer Küste und durchschnittlich neun Sonnenstunden täglich – dass gerade die Sommermonate auf Rügen bei Urlaubern so beliebt sind, hat schon seine Gründe. Über eine Millionen Besucher zieht es jährlich auf Deutschlands größte Insel – die meisten davon kommen im Sommer, um das Strandleben zu genießen. Gesunde Seeluft, idyllische Landschaften und abwechslungsreiche Freizeitangebote bieten gute Bedingungen für erholsame Sommerferien. An den langen, feinsandigen oder naturbelassenen Stränden von Ostsee und Bodden finden Urlauber Erfrischung und Erholung.
Abends, wenn die Luft noch lau ist, spielt sich das Leben unter freiem Himmel ab: Urlauber und Einheimische flanieren auf den belebten Promenaden der Ostseebäder oder genießen Tage und Nächte in den kleinen Straßencafés. Auf Veranstaltungen wie Seebrückenfesten und Sommerpartys, Hafenfesten, Musikfestspielen oder den Störtebeker Festspielen tummeln sich Urlauber ebenso wie Einheimische. Jeden Tag „ist was los“ – Rügen feiert den Sommer. Kein Wunder also, dass die Balken in den Statistik-Grafiken in den Sommermonaten nach oben schnellen (rund zwei- bis sechsmal so viele Besucher wie in anderen Monaten verzeichnet das Statistische Amt Mecklenburg-Vorpommern für Rügen im Juli und August). Für die meisten Urlauber ist offenbar der Sommer die schönste Jahreszeit für Ferien auf Rügen. Vielleicht liegt das aber auch einfach nur daran, dass sie noch nie im Frühjahr, Herbst oder Winter an der Ostsee waren?! Denn Rügen ist mehr als ein Sommermärchen…
Im Herbst zeigt die Natur auf Rügen ihr ungestümes Gesicht: Während Stürme die See aufwühlen, färben sich die Laubbäume in den Wäldern der Stubnitz und der Granitz gelb und rot und bieten ein prächtiges Farbenspiel. Das Bild bestimmen nun nicht länger Badende, Sandburgen und Strandkörbe, sondern Spaziergänger, Radfahrer, Wanderer, die - je nach Witterung – ihre Kräfte mit denen der Natur messen oder die Seele baumeln lassen. Der Herbst ist Erntezeit. Allerhand Kulinarisches bestimmt nun das Inselgeschehen: so überraschen zahlreiche Restaurants während der traditionellen Rügener Kohlwochen ihre Gäste mit regionalen und internationalen Spezialitäten aus dem schmackhaften Gemüse, das auf der Halbinsel Wittow hervorragend gedeiht. Mit den kürzer werdenden Tagen, die oft mit schaurig-schönem Nebel beginnen, sammeln sich auf den Boddenwiesen im Westen von Rügen tausende Kraniche. „Vögel des Glücks“ nennt sie der Volksmund. Auf dem Weg in ihre Winterquartiere machen Sie regelmäßig an der Ostsee Rast, um Energie zu tanken für ihre kräftezehrende Reise in den Süden. Die Tiere sind sehr scheu – doch nicht nur Naturliebhaber sind vom Anblick der Kranich-Schwärme fasziniert. Geduld und Ruhe verlangt die Beobachtung der scheuen Vögel. Der Lohn: ein unvergessliches Naturschauspiel. Die Chancen, einen Blick auf die langbeinigen Kraniche zu erhaschen, stehen bei einem (Schiffs-)Ausflug entlang der Küste oder von einem der ausgewiesenen Beobachtungsposten recht gut. Die Weiße Flotte bietet im Herbst regelmäßig geführte Kranichtouren per Ausflugsboot an.
Die ersten Flocken kommen oft schon im November – meistens ein kurzes Intermezzo. Doch wenn Schnee und Eis Einzug halten, verwandelt sich die Insel in eine weiße Winterlandschaft. Kristallklare Luft oder eine frische würzige Brise vom Meer laden zu Spaziergängen ein. Die können manchmal – wenn die Boddengewässer gefrieren - sogar auf Ostsee und Bodden hinaus und zu Rügens kleinen vorgelagerten Inseln führen. Zum Aufwärmen bieten sich Cafés, Gaststuben, die hoteleigene Sauna oder ein anheimelndes Restaurant mit Kamin an… Wenn das nicht dazu einlädt, Körper und Seele einmal so richtig verwöhnen zu lassen?! Im Winter ist eben Wellness-Zeit, gerade auf Rügen. Zu Weihnachten und zum Jahreswechsel zieht es noch einmal besonders viele Gäste auf die Insel. Festliche Arrangements in Hotels, die Ruhe der Insel, weihnachtliche Veranstaltungen und besondere Silvesterangebote erwarten Besucher: Weihnachtsmärkte im Gutshaus, auf der Strandpromenade, Silvester im Strandkorb oder unter Leuchttürmen und lange Strandspaziergänge.
Spätestens wenn die ersten kräftigeren Sonnenstrahlen die kalte Jahreszeit vertrieben haben, erwacht die Insel aus ihrem Winterschlaf. Mit einem Festival der Farben hält der Frühling Einzug auf Rügen: zuerst bedecken weiße Anemonen teppichgleich den Waldboden, wenig später schmücken sich die Bäume mit einem unvergleichlich zarten, frischen Grün. Rügens Alleen gleichen zunehmend grünen Tunneln. Und dann: euchtendes Gelb, soweit das Auge reicht. Riesige Rapsfelder strahlen etwa ab Mai mit der Sonne um die Wette – spätestens jetzt ist die Frühjahrsmüdigkeit passé. Und je näher der Sommer rückt, umso mehr Rot kommt ins (Farben-)Spiel auf Rügen. Der Mohn blüht. Doch noch bevor es soweit ist, wagen sich die ersten Urlauber oder Einheimischen in die noch recht kühle Ostsee, deren Strände immer mehr Spaziergänger und erste Sonnenanbeter bevölkern. Es ist immer mehr los auf Rügen: Die Menschen entdecken Promenaden, Straßencafés und Wanderwege wieder. Die Spargelsaison beginnt und Rügens Köche und Gastronomen feiern die Ankunft von Hering und Hornfisch mit eigenen Festwochen.
Quelle: Tourismuszentrale Rügen GmbH
Fotos: Dieter Lindemann (1), TMV/Kliem (1), TMV/Messerschmidt (1), TMV/Eisenack (1)
Die Geschichte der Insel Rügen
Ab dem 7. Jahrhundert wurde von den westslawischen Ranen ein Reich auf der Insel Rügen und der umliegenden Küste gegründet.
1168 wurde der Burgtempel am Kap Arkona vom Dänischen König und seinem Heerführer zerstört.
1184 versuchten die Pommern die Insel Rügen im Aufrag des römisch-deutschen Kaisers einzunehmen, wurden aber bereits am Greifswalder Bodden geschlagen.
1304 wurde die Insel Rügen von einem Sturmhochwasser verwüstet und die Landzunge zwischen Mönchgut und Ruden überspült.
1478 wurde die Insel Rügen mit Pommern vereinigt.
1648 ging die Insel Rügen infolge des Westfälischen Friedens an Schweden über.
Von 1807 - 1813 wurde die Insel Rügen von den Franzosen besetzt.
1814 ging die Insel dann an Dänemark.
1815 fiel Rügen gemeinsam mit Neuvorpommern an Preußen.
Ab 1818 gehörte die Insel Rügen zum Regierungsbezirk Stralsund und somit auch zur Provinz Pommern.
Von 1935 - 1939 wurde das KdF-Seebad Prora auf der Insel Rügen geplant und auch teilweise errichtet. Die Bauarbeiten wurden jedoch nach Beginn des zweiten Weltkrieges eingestellt.
Ab 1952 wurde die Insel Rügen dem Bezirk Rostock zugeteilt.
Seit 1990 gehört die Insel Rügen wieder zum Bundesland Mecklenburg-Vorpommern und gemeinsam mit den Inseln Hiddensee und Ummanz zum Landkreis Rügen.
2004 wurde der Grundstein zum Bau der neuen Rügenbrücke gelegt.
2007 wurde die 4,1 Kilometer lange Rügenbrücke eröffnet und verbindet die Insel Rügen nun mit dem Festland.
Die Sehenswürdigkeiten der Insel Rügen
Kap Arkona
Die bis zu 45 Meter hohe Steilküste aus Kreide und Geschiebemergel befindet sich im Norden der Insel Rügen auf der Halbinsel Wittow. Zu besichtigen sind hier die beiden Leuchttürme, ein Peilturm, die Überreste der Jaromarsburg, der Militärbunker sowie die Königstreppe mit 230 Stufen und die Veilchentreppe, die beide hinunter zum Strand führen.
Kreidefelsen
Der markanteste Kreidefelsen der Insel Rügen ist der 118 Meter hohe Königsstuhl. Besonders imposant sind auch die Wissower Klinken.
Seebad Prora
Das Seebad Prora wurde von 1935 bis 1939 geplant und zum Teil auch errichtet. Nach seiner geplanten Fertigstellung sollten hier einst 20.000 Menschen der Organisation Kraft durch Freude (KdF) gleichzeitig Urlaub machen. Die Bauarbeiten wurden jedoch nach dem Beginn des Zweiten Weltkrieges eingestellt, so dass heute der Koloss von Prora den Kern des Komplexes bildet.
Im Dokumentationszentrum Prora wird neben Sonderausstellungen u. a. die Dauerausstellung „MACHTUrlaub – Das KdF-Seebad Rügen und die deutsche Volksgemeinschaft“ gezeigt. Thematisiert werden dabei sowohl die Hintergründe des Projekts als auch seine Vereinnahmung durch die nationalsozialistische Propaganda.
Jagdschloss Granitz
Das von 1838 bis 1846 erbaute Jagdschloss Granitz liegt mitten in einem ca. 1000 Hektar großen Waldgebiet, in der Nähe vom Ostseebad Binz. Es ist das meistbesuchte Schloss in Mecklenburg-Vorpommern. Das Schloss zeigt auch mehrere Ausstellungen.
klassizistischen Bauwerke von Putbus
In Putbus sind jede Menge klassizistische Bauwerke wie z. B. der Park mit Marstall und Orangerie, die Schlosskirche, das Residenztheater, das Schloss Putbus, der Circus sowie das ehemalige Pädagogium zu Putbus zu bestaunen.
Schmalspurbahn Rasender Roland
Eine der Hauptattraktionen der Insel Rügen ist der 1895 in Betrieb genommene Rasende Roland. Die Schmalspurbahn mit einer Spurweite von 750 Millimetern verbindet die Orte Putbus, Binz, Sellin, Baabe und Göhren auf einer Strecke von knapp 24 Kilometern miteinander.
Störtebeker-Festspiele
Deutschlands erfolgreichstes Open-Air-Theater, die Störtebeker-Festspiele. Seit 1993 finden die Störtebeker-Festspiele immer von Ende Juni bis Anfang September in Ralswiek am Ufer des Großen Jasmunder Boddens statt. Erzählt wird hier die Geschichte vom Seeräuber Klaus Störtebecker und seinen Vitalienbrüdern, die im 14. Jahrhundert die Ostsee befuhren.
Nationalpark Jasmund
Der auf der Halbinsel Jasmund im Nordosten Rügens gelegene Nationalpark hat eine Fläche von knapp 3000 Hektar und ist somit der kleinste Nationalpark Deutschlands.
Der Nationalpark Jasmund beherbergt auch das Nationalpark-Zentrum am Königsstuhl.
Weitere Informationen zum Nationalpark Jasmund.
Königsstuhl
Der Königsstuhl ist der berühmteste Kreidefelsenvorsprung im Nationalpark Jasmund auf der Insel Rügen. Der Königsstuhl liegt 118 Meter über NN und ist über den 11 Kilometer langen Hochuferweg oder dem 3 Kilometer entfernten Großparkplatz in Hagen/Lohme erreichbar.
Weitere Informationen zum Nationalpark-Zentrum KÖNIGSSTUHL.
Die Touristeninformation der Insel Rügen
Die Touristeninformation der Insel Rügen bietet Ihnen eine Vielzahl von Leistungen an, die Ihren Aufenthalt auf der Insel noch schöner machen.
Tourismuszentrale Rügen GmbH
Bahnhofstr. 15
18528 Bergen auf Rügen
Tel.: (0 38 38) 80 77 80
Fax: (0 38 38) 25 44 40
E-Mail:
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Internet: www.ruegen.de
Öffnungszeiten:
| Montag - Freitag: |
8.00 - 18.00 Uhr |
Samstag:
|
9.00 - 15.00 Uhr |